Für Unternehmer: Einstieg leicht gemacht
Bitcoin als Zahlungsmittel in Dein Unternehmen zu implementieren ist weit weniger kompliziert, als Du Dir vielleicht denkst. Ein paar Basics, die richtigen Tools und Du kannst starten.
Hier erfährst Du...
- warum Bitcoin eine Lösung für viele Probleme im Zahlungsverkehr darstellt.
- wie Du als lokales Geschäft oder Webshop direkt starten kannst
- woher Du die Daten für Deine Buchhaltung bekommst, damit auch Steuerberater zufrieden ist.
- welche Möglichkeiten Du mit den eingenommen BTC hast.
- mehr über länderspezifische Regularien, wie BTC steuerlich behandelt wird.
Sicher hast Du Dir die 24 Gründe PRO Bitcoin im Unternehmen zuvor durchgelesen.
Vielleicht ist es das Bargeldhandling, welches bei Dir ein großes Thema ist.
Vielleicht hast Du Dich aber auch schonmal über Deine Hausbank oder Deinen Zahlungsabwickler geärgert. Bist mit deren Geschäftsgebaren nicht einverstanden. Oder die hohen Gebühren fressen Deinen Ertrag auf.
Vielleicht geben Dir die Geschehnisse in letzter Zeit auch zu denken. Ist Deine Hausbank die nächste »Credit Suisse«? Wir alle vertrauen unser hart verdientes Geld unserer Bank an, und diese geht leider allzu oft nicht besonders verantwortungsvoll damit um.
Sicher ist jedoch eines: ohne Geldverkehr, ohne Liquidität auch kein Handeln, kein Business.
Warum sollte Bitcoin hier die Lösung sein?
Mit Bitcoin in Selbstverwahrung hast Du die volle Hoheit über Dein Geld. Es gibt keine zentrale Instanz, die die Geldströme kontrolliert oder gar zensiert. Bitcoin wird auch nicht durch die Geldmengenausweitung der Zentralbanken verwässert.
- Bitcoin ist Mathematik. 2 + 2 ist 4. Immer und überall.
- Bitcoin ist ein Angebot. Jeder kann mitmachen, keiner muss.
Du willst mitmachen? Okay, Butter bei de Fisch! Jetzt geht’s los…
So kannst du direkt loslegen
First things first!
Alle Rechnungen werden weiterhin in Deiner Landeswährung, also bei uns Euro – für die Schweizer natürlich in Franken – erfasst. Daran ändert sich nichts. Möchte ein Kunde nun mit Bitcoin bzw. mit Lightning bezahlen gehst Du folgendermaßen vor:
Bitcoin- und Lightning-Zahlungen im Geschäft vor Ort
- Lade Dir eine Lightning Payment App herunter und folge dem Installationsprozess (am besten machst Du gleich ein Backup). Lipa ist zum Start sehr gut geeignet. Folge einfach der detaillierten Anleitung und die App ist in wenigen Minuten eingerichtet.
- Ab jetzt kannst Du Lightning-Zahlungen empfangen.
- Eine ausführliche Step-by-Step-Anleitung, wie Du mit Deiner Ladenkasse verfährst, haben wir Dir hier zusammengestellt.
Die Schnittstelle in Deinem Online-Shop
Abhängig davon, wie viel Vorkenntnisse Du mitbringst und auch wie viel Zeit Du fortlaufend investieren möchtest, gibt es verschiedene Möglichkeiten.
- Zum Einrichten eines BTC Pay Servers findest Du hier eine Anleitung in nur 4-Steps!
- Ein Full-Service-Paket bietet z.B. OpenNode oder Business-Bitcoin.de
Buchhaltung? Gar kein Problem
WICHTIG ist, dass Du eine saubere Dokumentation hast:
Welche Rechnung (Nr.)
wann (Datum)
mit wie viel Sats (Betrag)
zu welchem Wechselkurs
beglichen wurde. Buchhalter und Steuerberater lieben Zahlen! O. a. Daten bekommst Du fix fertig aufbereitet z.B. von Lipa, BTC Pay Server oder OpenNode.
In Buchhaltungsprogrammen, wie z. B. sevdesk, besteht die Möglichkeit ein separates Zahlungskonto anzulegen. Somit können gesammelte Tagesumsätze via Lightning als schwebende Geldbewegung gebucht und onchain-Zahlungen direkt der Rechnung zugeordnet werden.
Du hast Fragen hierzu? Schreibe uns einen Kommentar oder eine Email! Wir helfen Dir gerne weiter!
Was tun mit den eingenommenen BTC?
Volatilität wird immer wieder als Gegenargument gebracht, vor allem von Nocoinern. Dabei fällt sie weit weniger ins Gewicht, als mein zunächst meint. Hier möchten wir Dir beispielhaft vier Ideen mit auf den Weg geben, wie Du mit den eingenommen Satoshis (Untereinheit von Bitcoin) verfahren könntest.
Szenario 1: Instant Swap in Euro, um die Satoshis z. B. ins Privatvermögen zu überführen. Je nach Business kann das auch aus steuerlicher Sicht am meisten Sinn ergeben. Das kannst jedoch nur Du als der Unternehmer zusammen mit Deinem Steuerberater entscheiden.
Szenario 2: Die Satoshis zunächst halten und Dich selbst in BTC bezahlen. An dieser Stelle möchte ich auf das Profit First! Prinzip hinweisen, ganz unabhängig von Bitcoin ist dieses Konzept super für jedes Unternehmen, ganz egal welches Business Du hast, wie groß Du bist oder wie viel Umsatz Dein Unternehmen macht.
Szenario 3: Bitcoin im Unternehmen halten und eine strategische Position aufbauen. Ob, wie und in welcher Höhe hängt wiederum von Deiner Unternehmung ab und kannst nur Du zusammen mit Deinem Steuerberater entscheiden.
Szenario 4: Die eingenommen Satoshis zur Kundenbindung und -Gewinnung nutzen, um ein DSGVO-konformes Cashback-System auf Basis des Lightning-Netzwerks zu etablieren.
Du siehst, es gibt Lösungen und best practices. Wie auch immer Du Dich entscheidest, es wird am Anfang sicherlich nicht sehr viel Umsatz in Bitcoin sein. Beobachte, wie gut Deine Kunden Dein Angebot, mit Bitcoin zu zahlen annehmen. Und justiere ggf. Deine Vorgehensweise nach. Das Thema Volatilität und damit verbunden Steuern auf Bitcoin wird viel heißer gekocht, als es gegessen wird. Beginne mit dem, was Du hast und lerne im Prozess.
Steuern - ein kurzer Überblick
Grundsätzlich gilt: Bitcoin wird entweder als Umlauf- oder als Anlagevermögen eingestuft. Halte ich die eingenommenen Bitcoin im Unternehmen, müssen bei einem Verkauf alle Kursgewinne versteuert werden. Halte ich Bitcoin privat, müssen, unter Einhaltung der im jeweiligen Land gültigen Haltefrist, keine Kursgewinne versteuert werden (Stand 04/23)
Seit März 2021 gibt es sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen keine Haltefristen mehr für BTC. Das hat zur Folge, dass bei jeder Transaktion KeSt. fällig werden kann. Dies betrifft nicht nur den Wechsel zurück in Euro, sondern leider auch das Begleichen einer Rechnung mit BTC. Ergo müssen auch Ausgänge (das Begleichen einer Rechnung) genauso exakt mit Betrag, Wechselkurs, Datum und Uhrzeit erfasst werden, wie der Eingang von BTC.
